Rentenanspruch für Mütter?

Nachdem ich gerade einen Artikel  über Pensionssplitting aus der Zeitschrift „Die Wienerin“ vom November gelesen habe und über die sich zerfleischenden Kommentare der kommentierenden Mütter auf Facebook sehr erschrocken war… Hier meine Meinung dazu: 


Viele Mütter haben sich damit brüskiert, das sie es ohne Probleme schaffen Vollzeit/ Teilzeit arbeiten zu gehen und Kinder und Haushalt zu versorgen und sich über die Mütter aufgeregt, die „nur“ jammern, aber zu Hause sitzen und in ihren Augen nichts tun. 

Die andere Seite hat sich über die Mütter aufgeregt, die arbeiten gehen und meinen alles unter einen Hut zu bekommen. Da würde immer irgendwas auf der Strecke bleiben, am ehesten die Kinder, die viel bzw. ständig unter Fremdbetreuung gestellt werden und dass dies ja auch ziemlich viel kostet.


Ich für meinen Teil bin für Aussage #2, allerdings kann ich mich nicht in die Lage der jeweiligen Mutter hineinversetzen. Es gibt mittlerweile viele Alleinerziehende Mütter, welche einfach auf ihren Verdienst angewiesen sind. Zudem muss man die Aussagen relativieren. Es kommt immer auf das Alter der Kinder an. Kinder die bereits über das Volksschulalter hinausgewachsen sind, können gut mal alleine zu Hause sein bzw. alleine nach Hause kommen. Wogegen Kleinkinder und Kinder im Kindergartenalter sich noch nicht alleine zu Hause was zu Essen machen können bzw. alleine zu Hause sein können.

Fakt ist, dass einer Frau, die arbeiten geht und die (Ganztages-) Betreuung ihrer Kinder zahlen muss, am Ende nicht viel übrig bleibt. Außer die Mutter hat irgend einen Managerjob bzw. höheren Posten. Aber das ist nicht die Regel, weil diese Jobs häufig vollkommene Präsenz erwarten.

Die meisten Mütter jobben im Niedriglohnsegment mit knapp über € 1000,–/Vollzeit als Kassiererin in einem Supermarkt, als Friseurin, als Putzfrau, als Pflegekraft… Zudem sind viele Arbeitszeiten nicht kompatibel mit den Öffnungszeiten der Betreuungseinrichtungen, wodurch zusätzlicher Stress entsteht. Der Arbeitgeber ist sauer, weil die Mutter es evtl. oft nicht schafft pünktlich zum arbeiten zu kommen oder oft fehlt weil das Kind krank ist und die Mutter ist vollkommen gestresst, weil sie jeden Tag auf neue schauen muss, wie sie alles unter einen Hut bekommt.

Wer hat Pensionsanspruch?

In unserem System hat derjenige Pensionsanspruch, der in die Rentenkasse eingezahlt hat. Punkt. Für Kinder werden ein paar Jahre angerechnet, aber das reicht bei weitem nicht.

https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/content/27/Seite.270215.html

Wer zahlt die Renten?

ABER… Jetzt mal ehrlich. Wer zahlt die Renten von HEUTE? WIR, wenn wir arbeiten gehen. Sprich, wenn eine Mutter sich jetzt aufreibt, zwischen Beruf, Kinder, Partnerschaft und Freunden/ Hobbies, zahlt sie die Rentner von JETZT.

Wer garantiert ihr denn, das sie später die Rente bekommt, die ihr eigentlich zustehen würde? NIEMAND! Rein statistisch bekommt jede Frau nur noch 1,3 Kinder. Viele Frauen bekommen gar keine Kinder mehr, weil es für sie in ihren Lebensentwurf nicht hineinpasst, weil sie keine Lust auf Kinder haben oder sonstige Gründe… Diese Frauen zahlen ihr Leben lang in die Rentenkasse voll ein und bekommen womöglich eine ziemlich gute Rente. Sie können es sich im Ruhestand gut gehen lassen. Reisen, Wellness, shoppen… ABER wer bezahlt ihre Rente dann? UNSERE Kinder!

Unser Rentensystem ist überholt!

Es gibt inzwischen unzählige Hochrechnungen, das unser Rentensystem so auf Dauer nicht funktionieren kann, da es einfach nur wenig Nachwuchs gibt. Selbst ein Kind pro Frau reicht nicht aus.

Was macht die Politik um Nachwuchs zu fördern? NICHTS! Es geht immer nur darum, das man möglichst viele Betreuungsplätze schafft, damit die Mütter möglichst schnell wieder im Berufsleben durchstarten können und somit ihre Steuern zahlen. Damit das System von JETZT finanziert werden kann. Wer sorgt sich um die Kinder? Niemand.

Da ich ja in Österreich wohne und wir auch vorhaben in Österreich wohnhaft zu bleiben, gelten für mich/ für uns diese Regelungen (Quellenangaben in den Beschreibungen der jeweiligen Berichte).

Renten sind in Österreich höher als in Deutschland

40% mehr Rente in Österreich als in Deutschland

Zudem ist das Renteneintrittsalter für Frauen in Österreich niedriger als in Deutschland.

In Deutschland müssen Frauen bis 67 arbeiten

Es geht einzig und allein nur darum, das der Rubel rollt. Geld regiert die Welt!

Solche Familien wie wir, die sich bewusst gegen dieses System entschieden haben, stehen finanziell vielleicht nicht gerade gut da, aber wir haben alles was wir zum Leben brauchen. Wir haben genug zu Essen, genug zu Trinken, eine schöne Wohnstätte, genug zum anziehen. Wir können uns vielleicht keine Luxusgüter, wie ein neues Smartphone, Tablet, PC, TV, Urlaub, einfach so shoppen leisten, aber wir wissen wenigstens, das es unseren Kindern gut geht. Weil wir wissen, was sie den ganzen Tag über beschäftigt. Wir können individuell auf ihre Wünsche und Bedürfnisse eingehen und wir können kontrollieren, mit was für ein Einflüssen sie sich umgeben (was mir immer wichtiger wird, nachdem ich sehe, was auf der Welt so abgeht…).

Meine Meinung nach sollten Männer und Frauen, die willentlich keine Kinder bekommen möchten, Rentenkürzungen bekommen. Aber ok, das ist schwierig zu kontrollieren. Frauen die ein Kind oder mehr bekommen sollten pro Kind mehr entlohnt werden und der Vollzeit arbeitende Vater steuerlich entlastet werden.

Update: In Österreich feilen die führenden Politiker gerade an einem Entwurf, der Familien von Steuern befreien soll. Bin gespannt! 

Ach ja…

…in dem Beitrag wird beschrieben, das die Frau ihren Partner in der Rente nicht ständig bitten möchte, von seinem Konto Geld auf ihr Konto zu überweisen, damit sie Geld hat…!?

So funktioniert Partnerschaft/ Familie in meinen Augen eh nicht. In einer Ehe gehört einem alles zusammen und man muss an einem Strang ziehen. Sonst kann man gleich getrennte Wege gehen, wenn man sich schon wegen dem finanziellen her nicht einig ist.

Wir führen ein gemeinsames Konto. Alle Einnahmen und Ausgaben auf einem Blick. Wenn was dringend benötigt wird, wird es angeschafft. Wir reden darüber, was angeschafft werden muss und was nicht. Klar, bei uns kann keiner Alleingänge machen. Aber muss man das denn? Dann hätte ich nicht heiraten bzw. mich in eine verbindliche Partnerschaft begeben müssen. Wahrscheinlich mitunter der Hauptgrund, warum Ehen heute nicht mehr lange halten. Keiner will sich vom anderen abhängig machen. Jeder will weiterhin sein eigenes Süppchen kochen und nur die Privilegien einer Partnerschaft genießen und die Frauen sind dahinter leider oft die treibende Kraft. Aber so funktioniert das Leben halt nun mal nicht!

Fakt ist, Kinder bekommen ist für viele ein finanzieller Ruin. Das muss doch nicht sein…!!!

Die Politiker sollten endlich mal langfristiger denken.

Wenn dann auch noch hinzukommt, das die Ehe schief läuft (was mittlerweile leider sehr häufig vorkommt) und die Frau sich Rentenalter alleine versorgen muss, ist Altersarmut vorprogrammiert.

Mütterrente

Die österreichische Rente aus der Sicht Deutschlands und was in Deutschland verändert werden muss:

https://www.rentenreform-alternative.de/oe-apg.htm

 

4 Kommentare

  1. Das ewige Problem, dass Müttern in Deutschland nicht genug Wertschätzung entgegengebracht wird. Ich gehe 100% mit deiner Meinung konform. Danke für den interessanten und zugleich erschreckenden Blick in unser aller Zukunft. Ich mache mir da nichts vor. Wenn ich im Rentenalter bin, sind die Kassen leer. Man muss schon selbst sehen, wie man im Alter zurecht kommt. So, wie es eben in sehr vielen anderen Ländern auch ist. Aber ich setze mich auf meinem Blog sehr dafür ein, dass Müttern, die sich in den ersten Jahren für die Betreuung ihres Kindes entscheiden, das Geld zur Verfügung gestellt wird, das der Staat für einen Krippenplatz ausgeben müsste. Mit eigenem Geld können die Mütter schon wieder selbst sehen, ob sie etwas zur Seite legen für später oder es in irgendeiner Weise anlegen. Herzlichst, deine Jenniffer

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    • Wie sieht die Sachlage dazu mittlerweile aus? Gibt es da Fortschritte? Dieser Vorschlag ist ja leider kein neuer mehr und eigentlich sollten sich die zuständigen Politiker mittlerweile damit auseinandergesetzt haben und zu einer Lösung gekommen sein.

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  2. Mütter, die zuhause bleiben, sollten definitiv mehr davon auf ihre Rente angerechnet bekommen. Bewusst kinderlose Frauen zu „entlohnen“ wird wahrscheinlich schwer und diese Frauen wollen ihr Lebenskonzept ja auch akzeptiert sehen. Aber das Konzept von Mutter und Hausfrau sollte insgesamt mehr aufgewertet werden und als Job (der wertvollste überhaupt) gesehen werden.
    Ich habe es selbst sehr genossen, dass meine Mutter zuhause war und erst später wieder stundenweise gearbeitet hat. Ich arbeite selbst in der Betreuung von Kindern und wenn ich sehe, dass da Erstklässler ihre Ferien in der Schule sein müssen (und sind wir mal ehrlich, auch eine gut gestaltete Ferienbetreuung ersetzt keine Ferien daheim) oder vierjährige von 7-17 Uhr fremdbetreut werden… Das hätte ich als Kind glaub echt schlimm gefunden. Viele Mütter haben keine Wahl, das sehe ich natürlich auch bei den Kindern, die ich betreue.
    Mein Mann und ich haben noch keine Kinder, aber wenn es finanziell irgendwie möglich ist, möchte ich später auf jeden Fall erstmal zuhause sein und auch danach nicht voll arbeiten. Gerade als Erzieherin fände ich es paradox, Geld für die Betreuung meiner Kinder zu zahlen, damit ich die Kinder anderer Eltern betreuen kann (um danach dann einige hundert Euro Gewinn zu machen).
    Das Rentensystem ist mit der Differenz zwischen Rentnern-Arbeitenden in Gefahr und wird wohl, wie du geschrieben hast, nicht mehr lange funktionieren.
    Liebe Grüße!

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