Hausfrau!?

Gestern Nachmittag war ich mit den Kids bei meiner Schwiegermutter zu Besuch und wir kamen, wie so oft, auf das Thema: Frauen in der heutigen Gesellschaft. War sowieso gerade passend zum #Weltfrauentag.
Sie hat am Vormittag wohl irgendwie eine Politsendung zum Thema Weltfrauentag gesehen, wo es wie so oft um den Ausbau der Betreuungsplätzen und längere Öffnungszeiten ging, damit die Mütter flexibler sind.
Es war eine verbale Explosion ihrerseits über die „depperten Wieber“ (auf hochdeutsch: Weiber), in der Politik.
Scheinbar wollen immer mehr junge Frauen (unter anderem auch ich) zu Hause bei ihren Kindern bleiben und das soll vermieden werden, das dies ja ein Rückschritt sei. Sie hätten so hart dafür gekämpft, das Frauen arbeiten gehen dürfen was sie wollen, das man dies jetzt auf gut Deutsch nicht zulassen könne. (Freie Interpretation nach meiner Schwiegermutter)
Es müssen Anreize geschaffen werden, damit die Frauen arbeiten gehen, durch das Recht eines jeden Kindes auf einen Betreuungsplatz und längere Öffnungszeiten. (Einwurf ihrerseits: Wohl am besten noch Rund um die Uhr Betreuung)
Quasi Kinder, am besten Ganztags, irgendwo abstellen, damit Mutti wieder Vollzeit arbeiten gehen kann.

Geht’s noch??? Klar, die Politik und die Wirtschaft steht vor einem Dilemma. Die Alterspyramide wankt immer mehr. Viele Alte, wenig Junge. Sprich, die Renten sind gefährdet. Also müssen Frauen irgendwie dazu gebracht werden, damit sie möglichst schnell wieder in die Wirtschaft einsteigen. Am besten in höhere Positionen.
Aber wer kümmert sich dann um die Kinder? Meistens auch Frauen und am liebsten hätte man natürlich noch mehr Männer in der Kinderbetreuung, weil man weiß, das Männer genauso wichtig für die Kindesentwicklung sind, wie die Frauen.
Bloß, dann stellt sich die Frage, wenn alle Frauen in höhere Positionen sollen, wer kümmert sich dann um die Kinder? Oder zählt das auch unter höhere Positionen? Und falls ja, ist es doch paradox, das Frauen die ihre Kinder selbst betreuen nicht als arbeitend gelten.
Ach ja, und wenn Mann zu Hause bleibt und Hausmann spielt, wird er von allen gelobt. Wenn Frau zu Hause bleibt, wird sie verachtet, weil sie ja „nix tut“.

Zitat von ihr: „Wenn eine Frau ihren Job als Hausfrau und Mutter ordentlich macht, hat sie gar keine Zeit was anderes zu tun. Es gibt keinen kreativeren und vielseitigeren Job.“
„In einer guten Ehe ist die Frau nicht abhängig von ihrem Mann, weil alles beiden zusammen gehört. Und wenn die Frau abhängig vom Mann sein soll, dann ist der Mann aber genauso abhängig von seiner Frau.“
„Viele Frauen gehen doch gerne schaffen, weil sie ganz genau wissen, das es viel leichter und angenehmer ist, als sich den ganzen Tag um den Nachwuchs zu kümmern.“

Ja… Ich liebe meine Schwiegermama für ihre klaren Aussagen, weil… sie hat wie immer Recht! Sie ist eine Frau mit starkem Willen, sie sagt was sie denkt. So gar nicht das Bild von dem Hausmütterchen, das man so haben sollte… Sie hat ein Haus, einen großen Garten, hilft allen die ihre Hilfe brauchen (inklusive ihren Schwiegertöchtern mit den Enkeln). Sie ist ständig am arbeiten, machen und tun. Klar, sie bekommt dafür kein Gehalt. Dafür ist es bei ihr immer sauber und ordentlich und jeder kann sich jederzeit bei ihr willkommen fühlen. Sie hat fünf Kinder aufgezogen. Der Jüngste wohnt noch zu Hause (Nachzügler). Ich glaube sie hat genug für die Wirtschaft getan. Alle Kinder sind „körig“ (ordentlich, rechtschaffend) geraten. Alle arbeiten, alle haben ihr Leben. Was will man mehr?

Ein Vorbild, wie ich finde! 🙂

Natürlich gilt das alles nur, wenn man verheiratet ist, oder in einer festen Partnerschaft lebt. Als Alleinerziehende ist man gezwungen arbeiten gehen zu müssen, leider! Da wären wir wieder beim Thema Müttergehalt. Aber logisch, das will weder Staat noch Wirtschaft. Anstatt sich darum kümmern das die Familien bestärkt und gestärkt werden geht es einzig und allein darum, das Frau nicht zu Hause bei den Kindern bleiben darf, da dies nicht anerkannt werden will.