Gedanken Kindererziehung- Geschwister

Vor etwa einem 3/4 Jahr war ich mit meinem Latein am Ende. Mein Großer hat mir nur quer geschossen, nichts was ich wollte oder verlangte wurde umgesetzt. Er hat immer nur gegen mich gearbeitet. Ich war frustriert, er war frustriert und es kam zu ständigen Auseinandersetzungen. Mein Kleiner war dazumal gerade mal ein paar Monate alt und natürlich war viel Aufmerksamkeit bei ihm. Klar, ein Baby benötigt viel Aufmerksamkeit. Stillen, wickeln, herumtragen. Eigentlich ist ein Baby ständig in Mamas körperlicher Nähe. Das hat meinen Großen bestimmt Eifersüchtig gemacht und er hat neben seiner Trotzphase noch zusätzlichen Stress gehabt.

Nun ja, ist Gott sei Dank jetzt besser geworden. Im Moment ist eher der Kleine stressig… 😉 Ein Jahr alt, alles wird ständig ausgeräumt. Mama hat keine 10 Minuten Ruhe… Die schönste Zeit am Tag ist der Spätvormittag, wenn er sich entschließt, ein Stündchen zu schlafen. Der einzige Schlaf am Tag wohlgemerkt. Dafür geht er abends ziemlich zeitig ins Bett. Das kannte ich von meinem Großen nicht. Dafür ist mein Großer wahnsinnig kreativ. Er kann stundenlang mit irgendwas spielen und erzählt sich selber die spannendsten Geschichten. Halt ein Ableger von mir! 😍

Jedes Kind ist anders und jedes Kind hat seine eigenen Begabungen und Talente.

Dazumal hab ich meinen Frust auf Facebook veröffentlicht, mit der absurden Vorstellung, dort bekäme ich Hilfe. Ok, ein bisschen geholfen hat mir allein schon die Tatsache, das ich es aufgeschrieben habe.

Man riet mir, dann doch meinen zweiten Sohn anders zu erziehen.

Ich war irgendwie verwirrt. Wie kann man Geschwisterkinder anders erziehen? 

Ich machte mir ein paar Gedanken darüber in den darauffolgenden Tagen. Diejenige, die mir diesen Rat gegeben hat, hat bei ihren Kindern einen größeren Abstand. Sprich das älteste Kind war schon im Kindergarten, als die nächsten kamen.

Eine ältere Nachbarin, die regelmäßig bei uns vorbei spaziert und sich immer über unsere Jungs freut, erzählte mir, das sie ihre Kinder mit jeweils fünf Jahren Abstand bekommen hat. Sie bedauert das sehr und meinte, das sie das nie wieder so machen würde. Ihre beiden Kinder hätten nie wirklich miteinander spielen können, wegen dem großen Altersunterschied.

Da dachte ich mir, ok, es funktioniert vielleicht doch, Geschwisterkinder unterschiedlich zu erziehen. In meinem Fall jedoch unmöglich. Meine Kinder sind eigentlich den ganzen Tag zusammen. Der Große erzieht den Kleinen sogar mit. Leider endet das meistens in Geschrei, aber nun gut, er versucht es.

Dies hörte ich jedoch schon öfter von Familien mit mehreren Kinder. Die Größeren erziehen die Kleinen mit. Sprich, mit jedem weiteren Kind wird es einfacher. Obwohl, dafür steigt der Lautstärkepegel kontinuierlich an… 😉

Also, mein Fazit: Man kann Geschwister eigentlich nicht komplett anders erziehen. Es funktioniert vielleicht nur, wenn man einen großen Altersunterschied hat, oder wenn man dafür sorgt, das die Kinder unter tags keine gemeinsamen Nenner haben. Dies passiert, wenn sie (früh) fremd betreut werden, in unterschiedlichen Einrichtungen. Klar, ein paar Stunden machen da nichts aus, da müssen die Kinder dann schon den ganzen Tag getrennt sein.