Frau Sein heute- mit Kindern

In einer Diskussion über Frauen, die doch bitte lieber zu Hause bei ihren Kindern bleiben sollen und den Haushalt ordentlich führen, warf mir eine Mutter an den Kopf, sie habe doch nicht die letzten 50 Jahre Emanzipation verpasst und sie sei doch keine Putzfrau (übrigens eine Abwertung, wie ich finde..). Bei ihr ginge der Haushalt sehr gut nebenher. Was ich denn habe. Putzwahn?
Ich dachte mir nur… Liebe Frau… Ich will gar nicht wissen, wie es bei dir zu Hause aussieht…

Nun gut, trotzdem beschäftigte mich diese Aussage sehr lange, bis heute.
Bin ich wirklich so abartig, weil ich mich rund um die Uhr um meine (Klein-) Kinder und meinen Haushalt kümmere und damit immer beschäftigt bin? Mache ich was falsch? Habe ich wirklich eine Putzmacke? Bin ich zu ordentlich, zu gewissenhaft?

Ganz sicher nicht! NEIN!

Ich habe es gerne sauber, stimmt. Wenn ich durchs Haus laufe, habe ich keine Lust, unter meinen Fußsohlen Sand vom Garten, Brotkrümel, oder sonstige Dinge knirschen zu hören. Das finde ich einfach ekelhaft.
Und ja, das kommt bei mir ständig vor. Die Kinder laufen vom Garten raus und rein. Oft vergessen sie die Schuhe auszuziehen. Bei drei Mahlzeiten, am Familientisch, am Tag kommt auch einiges zusammen. Dann gibt’s zwischendurch eine Mahlzeit. Die Kinder stehen vom Esstisch auf und haben halt noch was auf der Kleidung, das an Boden fällt… ect pp

  • Ich sauge täglich und wische ca. alle zwei Tage Küche und Esszimmer durch.
  • Ich habe mindestens alle zwei Tage eine Waschmaschinenladung Wäsche. Die muss natürlich dann auch aufgehängt/ in Trockner gegeben, zusammengelegt oder gebügelt… und zu guter letzt noch in die Schränke verräumt werden.
  • Ich beziehe einmal in der Woche alle Betten.
  • Ich koche jeden Mittag frisch und muss danach auch die Küche wieder reinigen und aufräumen.
  • Die Toiletten und das Bad werden nach Bedarf geputzt. Wer Kinder hat, weiß, das die nie lange sauber bleiben…
  • Zwei Wickelkinder, die regelmäßig frisch gemacht werden müssen und dann auch jeden zweiten Tag eine Maschine Windelwäsche.
  • Zwei Kinder, die ich selbst rund um die Uhr betreue und die natürlich auch möchten, das Mama sich mit ihnen beschäftigt. Backen, kochen, basteln, vorlesen, spielen, zuhören, kuscheln…

Trotzdem kommt bei mir auch einiges zu kurz. Meine Küche müsste DRINGEND mal einer Grundreinigung unterzogen werden und meine Fenster dem Frühjahrsputz vorgestellt werden (ich hab echt viele, fiese, kleine Fenster).

Im Spätsommer, wenn die ersten Dinge reif sind, kommt noch die Erntezeit hinzu. Da sind wir dann beim Thema einmachen und haltbar machen. Die letzten Jahre haben wir mehrere Wochen am Stück verbracht, alles zu ernten und haltbar zu machen (Es wird ja nicht alles gleichzeitig reif). Dafür konnten wir noch lange unser eigenes, angebautes Obst und Gemüse essen. Einfach toll! (Herz Emoji fehlt) Zusätzlich habe ich mir in meiner ersten Schwangerschaft ein sehr tolles Hobby zugelegt: Nähen! Ich finde diese handwerkliche Tätigkeit einfach klasse. Man kann etwas neu anfertigen, oder was bestehendes reparieren. Welche berufstätige Frau hat Zeit für das alles?

Mein Mann arbeitet den ganzen Tag, kommt mittags zum Essen nach Hause.
Das Essen muss pünktlich fertig sein, damit er rechtzeitig wieder beim arbeiten ist. Aber ich finde es toll, so sehen die Kinder, wenn auch nur kurz, ihren Papa am Tag. Ich möchte, das jeden Mittag was ordentliches auf dem Tisch steht, das allen schmeckt und gesund und nachhaltig ist. Ende der Woche plane ich den Wocheneinkauf. Schaue nach was fehlt und schreibe alles auf, was gebraucht wird. Plane ungefähr, was es die Woche drauf zu Essen gibt. Zusätzlich bin ich derzeit noch schwanger. MÜDE!!! Schlafen? Was ist das???

Was vielleicht der gravierendste Unterschied zu einer berufstätigen Mutter ist…: Die Kinder sind bei mir ständig zu Hause!
Meine These: Kinder die nicht da sind, können auch keinen Dreck machen… Der Dreck bleibt größtenteils in der Kita. Die Mama oder Papa haben weniger Geschirr zum abspülen. Die Sanitäranlagen werden nicht ständig benutzt. Die Küche bleibt öfter mal kalt, somit auch sauber. Selbst das Wickeln entfällt ein paar Mal. Umziehen wenn die Kids dreckig vom Garten hereinkommen (ich meine wirklich dreckig und nass) und das kommt öfter am Tag vor.

Ich erziehe meine Jungs nach unserer Ansicht frei. Sprich, sie dürfen sich wie Jungs benehmen. Und…. Jungs sind dreckig und laut, fast immer. Klar, Regeln gibt es, aber nur so viel, wie sie im jeweiligen Alter gut bewältigen können.

Kinder dürfen wütend werden, dürfen schreien, dürfen toben, dürfen lachen, dürfen weinen… Warum auch nicht? Sind auch nur Menschen! Genauso wie ihre Mutter… 🙂 Ich kann nicht behaupten das ich ein vollständig ausgeglichener, in mir ruhender Mensch bin. Es gibt Tage da ist alles super. Friede, Freude, Sonnenschein und es gibt Tage, da regt mich einfach ALLES auf. Ich bin ein sehr impulsiver Mensch. Deswegen halte ich mich auch an keine bestimmte Erziehungsform. Habe schon über viele gelesen, aber irgendwie mache ich total das Mischmasch. Individuell eben.

Ich sage immer, mit Kindern lernt man sich WIRKLICH selbst kennen. Man kommt ständig an seine persönlichen Grenzen.

Mein Mann vergleicht unsere Kindererziehung immer liebevoll mit „Freilandhaltung“. Die Kinder können sich eigentlich überall frei bewegen, wo sie sich selbst keinen Schaden zufügen können. Auf die Straße rennen ist alleine natürlich nicht, aber dafür gibt es ja einen Zaun rund um den Garten.

Unsere Kinder sind bei schönem Wetter eigentlich den ganzen Tag im Freien. Wir dürfen mit Stolz sagen, wir wohnen auch wunderschön. Wir wohnen zwar in Miete in einem Mehrparteienhaus, aber im Grunde sind wir die einzigen, die den Gemeinschaftsgarten nutzen und auch die einzigen, die durch eine Terrasse direkten Zugang zum Garten haben. Dadurch können die Kinder raus und rein, wie es ihnen beliebt. Der Große ist inzwischen natürlich so weit, das er sich die dreckige Kleidung und Schuhe vorher auszieht. Beim Kleinen dauert das wohl noch eine Weile. Aber ich bin mir sicher, er lernt es irgendwann. Aber dann kommt ja der oder die nächste… 😉 Irgendwann wird schon mal Schluss sein, aber dann kommen wahrscheinlich andere „Probleme“.

Ja, ich hab genug zu tun. Wenn ich mich in der Öffentlichkeit als Hauswirtschafterin und Erzieherin ausgeben würde, würde mich jeder loben, das ich zwei Jobs habe… Stimmts? Das Leben als „nur“ Hausfrau wird hingegen belächelt.

Jaja… Die hat die Emanzipation verschlafen… Ist abhängig von ihrem Mann… Ist ein Hausmuttchen, das sich von ihrem Mann diktieren lässt… Die wird sich irgendwann noch wundern, wenn sie keine Rente bekommt… ect pp

Ich muss ganz ehrlich sagen, ich sehe mich als sehr emanzipierte, eigenständige Frau, die ihre feste, eigene Meinung hat. Ich lasse mir von niemandem diktieren, wie ich mein Leben zu führen habe. Mein Mann diktiert es mir übrigens auch nicht. Ich habe mich aus freiem Willen und aus freien Stücken dafür entschieden (natürlich mit meinem Mann zusammen, der Partner muss bei sowas ja auch einverstanden sein) zu Hause bei meinen Kindern zu bleiben. Wie lange? Mal sehen! Irgendwann werde ich bestimmt wieder arbeiten gehen (müssen). Wir werden sehen. Derzeit sehen wir es jedoch als wichtiger an, eine innige und langanhaltende Beziehung zu unseren Kindern aufzubauen. Ihnen Sicherheit und Selbstvertrauen beizubringen. Sie wissen zu lassen, das ihre Eltern IMMER für sie da sind. Klar, ein paar Stunden am Tag, ein- oder zweimal in der Woche kann man schon mal zur Oma. Da ist die Mama sogar froh drum. So hab ich auch mal Zeit für mich und wenn ich mich nur zwei Stunden ins Bett „haue“ und einfach nur schlafe.

Mir kann keine Mutter erzählen, das sie dies allen „nebenher“ macht… Klar, wenn der Mann dann auch noch mitmachen „muss“, dann läuft’s vielleicht. Wenn alle alles machen, wann bleibt dann aber noch Zeit? Es ist viel effektiver, wenn die Arbeiten fix aufgeteilt sind. Meine Meinung. Wenn jeder alles macht und alle alles irgendwie machen- klingt für mich nach purem Chaos.

Rente!?

Ach ja, apropos Mütterrente. Die CSU hat sich das grad wieder ins Wahlprogramm geschrieben. Finde ich super!!! Leider wohne ich nicht mehr in Bayern, sondern bin ins benachbarte Ausland gezogen. Dort sind jedoch die Familien sehr gut gefördert. Als Mutter hat man, die ersten drei Lebensjahre des Kindes, im Grunde keine großen finanziellen Sorgen. Außer man ist Alleinerziehend, aber das bin ich ja zum Glück nicht. Allerdings werden für jedes Kind bis zu vier Erziehungsjahre bei der Rente berücksichtigt. Je nachdem, wie schnell die Kinder aufeinander gekommen sind.

Die traditionelle Familie ist der Grundstock unserer Gesellschaft. Wer dies zerstören möchte, hat auch kein Interesse an einer intakten Gesellschaft.

Zu einer intakten Familie gehören Vater und Mutter die Zeit haben, sich um ihre Kinder zu kümmern. Die Mutter ist am Anfang die wichtigste Bezugsperson. Wenn man dies den Kindern nimmt und die Mutter durch andere Personen ersetzt, woran soll ein Kind dann lernen, wo seine Wurzeln sind? Natürlich ist der Vater nicht weniger wichtig, wenn nicht genauso wichtig. Die Frau ist allein schon von der Natur aus bestimmt, sich die erste Zeit überwiegend um das Kind zu kümmern. Warum will man immer alles natürliche umgehen? Ist der „moderne“ Mensch so weit weg von einem natürlichem Lebenswandel? Leider ist der Mann (und die Frau) durch die Industrialisierung gezwungen, extern arbeiten zu gehen. Klar, Industrialisierung bedeutet Wohlstand. Aber Wohlstand um jeden Preis? Aber bevor ich jetzt auf ein vollkommen anderes Thema umschwenke, mache ich hier mal einen Punkt.

Liebe Frauen, lasst euch nicht von euren Mitmenschen/ Mitfrauen diktieren, wie ihr euer Leben zu Leben habt! Viele Frauen würden gerne zu Hause bei ihren Kindern bleiben, trauen sich aber nicht, aus Angst, was die anderen von ihnen denken.

Es ist wirklich EGAL, was andere von euch denken! Ihr seid nur euch und euren Kindern verpflichtet.