Frau-Sein: Wie?

Ich dachte jahrelang, ich muss mich in der Männerwelt behaupten. Ich muss so denken und fühlen; ich muss so stark sein wie ein Mann, um vorwärts zu kommen, um anerkannt zu werden. Demzufolge war ich schon früh recht burschikos und bin auch nur mit Jungs herum gehangen.

Indirekt bin ich auch so von meinem eigenen Vater erzogen worden. Er sagte mal wortwörtlich, er wüsste mit Mädels nix anzufangen und deswegen würde er mich einfach wie meine Brüder behandeln. Ich war nie das feine Mädchen von nebenan, das nett mit Puppen gespielt hat. Im Jugend bzw. Teenageralter haben andere Zeitgenossinnen begonnen sich zu schminken oder sind in irgendwelchen Mädelsgrüppchen herum gehangen. Das war mir alles eher zuwider. Ja, mir war und ist bis heute, mein eigenes Geschlecht zum Teil zuwider.

Frauen unter sich können wahnsinnig beleidigend sein. Nicht offensichtlich. Es geht immer hinten herum und hinterrücks. Frauen sind eher beleidigt, wenn du ihnen die Tatsachen auf den Tisch knallst.

Ich liebe klare Ansagen. So ist es und nicht anders.

Klar, bin ich manchmal auch erstmal geschockt und weiß nicht, was ich damit anfangen soll, aber dann weiß ich wenigstens, woran ich bei dem Menschen bin und gut ist. Nicht ewig langes „herumgeleiere“ und Ausflüchte, weil man das Gegenüber nicht beleidigen will. Dann kann ich mich entscheiden, ob ich mit dem Menschen längerfristig auskomme, oder halt einfach nicht. Jeder Mensch hat seine Meinung, seine Grundsätze, seine Maßstäbe für sich und für andere. Warum kann man das nicht klar und deutlich sagen? Um andere nicht zu beleidigen oder sie bei Stange/ Laune zu halten, damit man den Menschen nicht verliert? Das hasse ich. Wenn es nicht passt, dann passt es eben menschlich nicht. Lieber so, als ewig lang mit einem Menschen zu „liebäugeln“ obwohl man ganz genau weiß, das dies keine Zukunft hat. Egal ob Freundschaft oder Beziehung.

Und zwar sollte man das in einer angehenden Beziehung klären, BEVOR man sich sehr nahe kommt… Und nicht erst nach ein paar Monaten oder Jahren… Oder wenn sogar schon Kinder da sind… 

Ich habe das allerdings im Laufe meines Lebens auch schon öfter so gemacht.

Obwohl mich die Art von meinem Gegenüber im Grunde total genervt hat und ich bei jedem Treffen am liebsten schon im vorne herein abgesagt hätte, bin ich trotzdem hingegangen und hätte mich hinterher in Arsch beißen können, dass ich nicht mutiger gewesen bin und dem Menschen einfach die Wahrheit gesagt habe.

Aber Frauen sind nicht so… Und ja… ich bin auch eine Frau…. Ich kenne die Machenschaften der Frau… Ich mag mein eigenes Geschlecht im Grunde nicht… Nein… Ziemlich wahrscheinlich der Hauptgrund, warum ich wenig Frauenfreundschaften hatte und habe.

Lange Zeit haderte ich mit meinem Dasein als Frau, weil ich nicht wusste, wie ich richtig sein sollte. Was für einen Weg soll ich gehen? Wie soll ich mich verhalten? Was „gehört“ sich für eine Frau? Ich habe im Grunde durch mein Elternhaus keine Richtung vorgegeben bekommen.

Eigentlich voll Genderlike von meinen Eltern… 😉

Ich fand es furchtbar! Und ich trauere wirklich mit den Mädels und Jungs heutzutage, die keine Richtung vorgegeben bekommen, die nicht vorgelebt bekommen, was Mann-Sein bedeutet und was Frau-Sein bedeutet. Sie werden sehr lange brauchen, um ihre eigene Identität zu finden… Wenn sie meinen eine gefunden zu haben, kann es sein, dass sie meinen irgendetwas zwischendrin zu sein und somit wissen sie ihr Leben lang nicht, wer sie wirklich sind und brauchen die Bestätigung durch die Gesellschaft…

Checken aber gar nicht, das ihnen das im Grunde rein gar nichts bringt…

Eigentlich habe ich erst durch meinen Mann gelernt, was es heißt eine Frau zu sein. Seine Mutter hat zum Teil ähnliche Züge wie ich, daher konnte er mich wohl verstehen 😉

Jetzt bin ich aus purer Freude und Leidenschaft Hausfrau und Mutter. Ich habe mich gefunden. Das ist mein Leben. Und gerade das Leben, vor dem ich mich jahrelang so gefürchtet habe und gehofft hatte, das es nie so sein würde, hat mich Halt und Sicherheit gegeben.

Trotzdem bin ich noch recht burschikos. Ich bin nicht die typische Frau und ich hasse es immer noch, wenn ich Frauen in meinem Leben begegne, bei denen ich aufpassen muss, was ich sage. Ich habe zum Teil eine recht raue Aussprache, aber dafür schäme ich mich nicht. Ich bin wie ich bin und dafür liebe ich mich (mittlerweile).

Ich habe mein Leben und meine Meinung und die sage ich auch offen und laut und jeder der damit nicht zurecht kommt, der muss halt weichen und einen anderen Weg gehen, ohne mich. Dieser Mensch wird bestimmt andere Menschen finden, mit denen er seine Meinung teilen kann, genauso wie ich Menschen finde und schon gefunden habe, die meine Meinung teilen.

Ich hasse dieses „Allerweltsliebeleigetue“- jeder muss jeden akzeptieren und verstehen. So ist die Welt nicht und so wird sie auch nie sein. Das ist Utopie.

Man kann sein Gegenüber liebevoll behandeln, aber das heißt nicht, das man ihm oder ihr nicht die Wahrheit sagen kann. Ich finde sogar, man muss den Menschen die Wahrheit sagen. Alles andere ist keine Liebe seinen Mitmenschen gegenüber, wo wir wieder beim Christentum wären, das ich sehr wichtig finde. Ja, ich finde es ist sogar das Wichtigste auf Erden. Ohne den Gott der Bibel ist der Mensch verloren. Das weiß und glaube ich.

Traurigerweise glauben und wissen (oder wollen es nicht mehr glauben und wissen) es die meisten Menschen hier nicht mehr.

Wenn man jedoch die Bibel kennt und weiß, was am Ende der Welt geschehen wird, ist leider traurige Gewissheit, das viele Menschen verloren gehen, weil sie dem Teufel mehr glauben, als der errettenden Botschaft von Jesus Christus.