Geburt/en und Leben danach

Bevor ich Kinder bekam, hatte ich absolut keine Vorstellung, wie das werden wird.

Demzufolge war ich anfangs ziemlich überfordert und hätte DRINGEND Hilfe gebraucht.

Aber wie das so ist… Man will alles alleine schaffen…

Meine erste Geburt war: Horror! Lassen wir das einfach mal so stehen, ich will darauf jetzt gar nicht näher eingehen.

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Eine Bekannte von mir hatte es dann einige Zeit später auf den Punkt gebracht: Geburtstrauma. Leider sah sich niemand in meinem direkten Umfeld in der Lage mir das auch so zu benennen und mir Schritte zur Lösung des Problems anzubieten. Gut, es lag wahrscheinlich auch an mir. Ich schämte mich für meine Gefühle meinem Kind gegenüber und für meine Gedanken, sodass ich es nie wirklich erzählt bzw. ausgesprochen hatte.

Wenn ihr Probleme habt mit euch/ mit euren Kindern, habt. Erzählt es irgendjemand!!! Meint nicht, ihr müsst alles alleine schaffen, das verschlimmert die Situation nochmals um einiges!!! 

Mein erstes Jahr mit meinem ersten Sohn war schlimm. Nicht nur, dass ich das Gefühl hatte, ich kann meinen Sohn nicht aufrichtig lieben und annehmen, ich zog mich richtig zurück und wenn ich irgendwo war, in einem vertrauten Umfeld, gab ich das Baby gleich irgendjemand in die Hand, damit ich das Kind nicht auf dem Arm haben musste. Das Baby bekam es natürlich auch zu spüren, logisch und er schrie in den ersten Monaten extrem viel.

Es dauerte rund über ein Jahr, bis ich angekommen war, da wo ich heute bin. Als liebende, fürsorgliche, zufriedene Mama, die Spaß an dem hat, was sie tut. 

Als ich mit meinem zweiten Sohn schwanger war, versuchte ich endlich das Geburtstrauma zu analysieren und aufzuarbeiten und meine innere Heilung begann. Die zweite Geburt war zwar körperlich nicht einfach (aber welche Geburt ist das schon!?), aber einfach wunderschön! Als ich mein Baby dann in der Hand hielt durchflutete mich eine Welle von Glückseligkeit, das kann man gar niemand wirklich beschreiben. Ich fühlte mich wie auf Drogen und das hielt sogar noch eine ganze Zeit lang an. Ich war für alles davor entschädigt. Das merkte man natürlich auch in weiterer Folge in dem Umgang mit meinem Zweiten. Ich hätte den kleinen Mann einfach nur noch den ganzen Tag abknutschen können und wollte ihn immer bei mir haben. Er wurde mir wirklich nie zuviel und das erste Jahr verging wie im Flug…

Und dann…

Wurde ich überraschend nochmals schwanger. Wir wollten nochmal ein Kind, das war klar, aber ich schob es in Gedanken relativ weit nach hinten. Ich hatte mir zum Ziel gesetzt, mit spätestens 35 Jahren will ich die Familienplanung abgeschlossen haben und bis dahin war noch ein bisschen Zeit. Ein Kind war ganz sicher noch drin und alles danach, mal sehen…

Die Schwangerschaft war gut, wie eigentlich alle meine Schwangerschaften. Nicht auffälliges und ich schloss einen „Deal“ mit Gott: Wenn es ein Mädchen wird und wieder ein Kaiserschnitt, wie beim ersten Kind, dann war das meine letzte Schwangerschaft. 

Kurz und schmerzlos: Es wurde eine Tochter und es war ein Kaiserschnitt!

Leider knabber ich an dem Kaiserschnitt auch immer noch. Ich kann es aus meiner persönlichen Sicht absolut nicht verstehen, wie Frauen freiwillig einen Kaiserschnitt machen lassen können. Aber nun gut, vielleicht, wenn es von vorneherein klar war und man sich innerlich darauf eingestellt hat, ist es vielleicht etwas anderes. Bei mir waren die Kaiserschnitte nie geplant.

Meine innere Stimme, die mich immer wieder versucht runter zu ziehen, mit den Worten:

Ich bin nicht in der Lage ein Kind zu gebären!

Setzt mir immer wieder zu.

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Vor kurzem war eine liebe Bekannte von uns da, der ich das erzählte. Sie meinte, das habe sie schon von vielen Frauen gehört, die einen, oder mehrere Kaiserschnitte hinter sich haben.

Das war meine Geschichte bis jetzt. Kurz. Vielleicht verspüre ich irgendwann mal die Lust jede Geburt einzeln zu beschreiben. Von der dritten Geburt liegt schon ein fast fertiger Bericht vor, nur bin ich noch unsicher, ob ich den veröffentlichen soll. Mal sehen… Sehr emotional und aufwühlend. Zumindest für mich.