Aufklärungsunterricht – wertvoll oder unnötig?

Hallo lieber Leser!
Ich bin Tami, ganz neu hier auf dem Blog der lieben Anna, und wollte mal meine Erfahrungen zum Thema Aufklärungsunterricht mit euch teilen. Es betrifft heute alle Eltern und ist ja die letzten Jahre auch sehr kontrovers diskutiert worden.

Erstmal kurz zu mir:

Ich bin eine 30 Jahre junge Österreicherin und seit bald 9 Jahren glücklich verheiratet mit einem Deutschen 🙂 Außerdem bin ich Mama von zwei wilden Jungs und einem rosa-verliebten Mädchen. Ich habe mich – wie Anna auch – für das Konzept der Selbstbetreuung entschieden, bis die Kinder alt genug sind und ich wieder Teilzeit in meinen Beruf als diplomierte Krankenschwester einsteigen kann – solange meine Familie nicht darunter leidet.

 

Meine persönliche Erfahrung mit Aufklärung in der Schule

Die Geschichte mit den Bienchen und Blümchen ist bekanntlich im Alter zwischen 10 und 14 sehr aktuell und nimmt einen Großteil der Teenie-Gespräche ein (vor allem bei Mädchen).
Gleichzeitig ist es aber auch ein sehr sensibles Thema und der Umgang damit – im Unterricht wie im Elternhaus – hat großen Einfluss auf die Jugendlichen, ihr Denken und Handeln.

Vor inzwischen fast 17 Jahren kam ich als damals 14-Jährige in den Genuss eines ganzen Tages Sexualkunde.

Der Unterricht fand außerhalb der Schule mit einem uns völlig fremden, männlichen „Sexperten“ statt. Es war keine einzige uns vertraute Personen zugegen. Nur wir Schüler und dieser Mann. Die Intention war, dass wir mit jemand Fremdem freier reden könnten als mit Lehrpersonen.

Angefangen hat der „Unterricht“ mit sehr intimen Fragen (angeblich zu Forschungszwecken) wie:

„Hast du schon mit Zunge geküsst?“
„Hast du schonmal masturbiert?“
„Hast du schonmal einen Dildo oder Vibrator benutzt?“
„Hast du schonmal mit Jemandem Petting gemacht?“
„Hattest du schon einen Orgasmus?“
„Hattest du schon Sex?“

Diese konnten mit
1) Ja
2) Nein
3) Geht euch nichts an
beantwortet werden.

Wie ihr euch denken könnt, wurde dem Alter entsprechend natürlich jede Antwort 3 sofort als Ja interpretiert. Das war schonmal sehr unangenehm. Und ich glaube auch, dass viele (gerade die Mädels) bei den meisten Fragen aus Scham unehrlich geantwortet haben.

Weiter ging es dann mit den praktischen Grundlagen. Wie man eine Vagina „feucht“ bekommt oder einen Penis zum erigieren. Alles gezeigt anhand von Dildos und lebensechten Nachbildungen. Untermalt von anschaulichen „Praxisbeispielen“ aus dem Erfahrungsschatz unseres „Lehrers“…

Dann kamen wir in den Genuss eines meiner Meinung nach pornografischen Zeichentrickfilms. Wer es sich antun will suche auf YouTube nach „Sex – eine Gebrauchsanweisung für Jugendliche“. (Warnung: sehr schrill und bunt)

Sie haben zwar versucht, darin möglichst alle Themen anzusprechen (Selbstbestimmung, Vorspiel, Verhütung), aber ganz ehrlich:

Das habe ich damals alles gar nicht wirklich mitbekommen.

Ich war 14, durch meine Eltern längst aufgeklärt und wusste, wie der Hase läuft.
Aber dieser Film war das erste mal, dass ich eine so bildliche Darstellung gesehen hab. Das meiste Gerede im Hintergrund habe ich gar nicht wirklich wahrgenommen, weil ich von den visuellen Informationen einfach total überfordert war.

Ich habe keine Ahnung, wie viele aus meiner Klasse vorher schon mit Pornografie zu tun hatten. Die populären BRAVO-Heftchen wurden in der Klasse öfter weitergereicht, also konnte ich da schon ein paar Eindrücke sammeln. Aber dieser Film war zu viel.

Abgeschlossen haben wir den Tag mit der Übung, Kondome über Holzdildos zu ziehen. Weil sich das ja in Echt genau so anfühlt *Ironie*

 

Fazit

Man sagt doch immer, dieser Unterricht soll Jugendlichen (und ja bald auch schon Kindern!) den verantwortungsvollen Umgang mit Sexualität beibringen.
Das tut er meiner Meinung nach nicht, im Gegenteil.

  1. Die Informationen sind zu früh und viel zu detailliert – und zu viel auf einmal.
    Vor allem, wenn man sich die Aufklärungspläne der Zukunft ansieht, in denen Volksschulkindern (!!!) dasselbe (und noch mehr) beigebracht werden soll, was ich damals mit 14 gelernt hab! Ich hoffe, dass ich meinen Kindern diesen „Unterricht“ so lange wie möglich ersparen kann und sie selber altersgerecht, vorsichtig, und in einer Umgebung aufklären kann, in der sie sich sicher und geborgen genug fühlen, um ehrlich zu sein.
  2. Den Kindern wird im Zuge des Unterrichts auch die Genderideologie eingetrichtert. (Ja, diese Wortwahl ist beabsichtigt.) Warum das fatal ist, hat Anna schon ganz toll Beschrieben, klickst du hier.
  3. Die wichtigste Verhütungsmethode wird unterschlagen: Enthaltsamkeit!
    Man klärt die Jugendlichen NIE dahingehend auf, dass wahre Intimität und sexuelle Erfüllung nur in einer langfristigen, im Idealfall lebenslangen Beziehung entstehen kann. Der Orgasmus ist nun mal nicht alles beim Sex…
  4. Viele sexuelle Kontakte zu haben wird als ganz normal dargestellt. Das setzt die Jugendlichen unnötig unter Druck. Vor allem Mädchen, die von Natur aus mehr Gefühle in Beziehungen investieren als Jungs, und gar nicht das Bedürfnis danach haben.
    „Ich hatte noch nie Sex. Mit mir stimmt doch was nicht.“
    „Keine/r findet mich attraktiv genug, um mit mir ins Bett zu steigen. Ich bin einfach zu hässlich/dick/klein/groß/flach…“
    „Ich hatte erst (XY) Partner. Das ist doch zu wenig, ich muss noch mehr ausprobieren und Erfahrungen sammeln…“
    „Alle machen das. Ich will auch mitreden können.“
  5. Das führt auch dazu, dass viele Jugendliche ihr erstes Mal einfach nur „hinter sich bringen“. Eine Schulkameradin hat mir genau das erzählt. Sie wollte es nicht, weil sie den Jungen liebte. Sie hatte ihn nicht mal richtig gern. Es sollte einfach nur „vorbei sein“. Sie erinnert sich auch nicht mehr wirklich daran (oder verdrängt sie es vielleicht?).
    Wieviele von ihrer Sorte gibt es wohl noch da draußen? Der Gedanke daran macht mich traurig.
    Ich bin SO froh, dass ich mein erstes Mal mit meinem Ehemann erleben durfte. In sicherer, geborgener Atmosphäre. Auf Augenhöhe – ohne Druck, Angst oder unrealistische Erwartungen. Einfach nur geliebt ❤️

 

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Die Auswirkungen dieses „Unterrichts“ sind schon weitläufig sichtbar

„Teenager werden Mütter“, die stetig steigende Zahl von Scheidungen, Alleinerziehern, Abtreibungen… Das sind nur ein paar von den vielen Sachen, die ich mit dieser Art der Sexualkunde in Zusammenhang bringe.

Wenn man häufige Partnerwechsel forciert ist es doch ganz logisch, sich bei Schwierigkeiten lieber einen neuen Partner zu suchen, statt an den Problemen mit dem alten zu arbeiten. Ist ja viel einfacher…
Und wenn man Kinder zum Sex ermutigt, muss man auch damit rechnen, dass sie eben wie Kinder mit dieser Verantwortung umgehen.

Während dem Schreiben dieses Artikels ist mir noch ein Erlebnis eingefallen, das genau dieses zweite Problem aufzeigt:

Als ich hochschwanger mit meinem ersten Kind zur Kontrolle im Krankenhaus war, saßen im Wartebereich auch zwei Mädels. Ihre vollgekritzelten Eastpak-Schulrucksäcke mit bunten Ansteckern ließen auf ein Alter von etwa 13/14 Jahre schließen.
Eine von den beiden glaubte, schwanger zu sein. Die andere versuchte, sie zu beruhigen.
Als dann der etwa gleichaltrige Freund aus der Schule kam, sprach er sofort von Abtreibung.
Sie war dann (Gott sei dank) nicht schwanger. Aus der Reaktion der Ärzte konnte ich schließen, dass sie sowas schon öfter gesehen hatten. Sie drückten den Jugendlichen einen Flyer über Verhütung in die Hand, das war’s.

Ich war geschockt ob der Gleichgültigkeit, mit der diese Kinder über Abtreibung sprachen. Klar, sie waren aufgeregt, ihre Eltern könnten ja was spitzkriegen. Aber wie sie da ganz selbstverständlich von einem Abbruch ausgingen… das versetzte meinem Mutter-Herz einen Stich.

Und auch wie sie über Sex sprachen – ganz salopp nebenbei, als ob es nichts Besonderes wäre.

Gott hat uns mit der Sexualität so etwas schönes und aufregendes geschenkt!

Und er möchte, dass wir es im sicheren Rahmen der Ehe ein ganzes Leben lang in vollen Zügen auskosten können.

Wegen oben beschriebener Indoktrination wird das so vielen Menschen vorenthalten! Wir müssen uns dringend für eine altersgerechte, sensible Aufklärung einsetzen und unsere Kinder vor Erlebnissen bewahren, wie ich sie leider machen musste.