Ab drei Kindern ist alles egal…

Oder…

Das Dritte macht dann noch mal richtig Arbeit!

Diese Aussage tätigten in der Vergangenheit mal mehrere Eltern von mehreren Kindern. Allerdings kommt dann auch oft die Aussage: Je größer die Kinder, desto mehr Sorgen… Aber darüber möchte ich mir derzeit noch keine Gedanken machen… 😉

Ich dachte mir nur: „Jaja… Anders als mit dem Zweiten wird es auch nicht werden.“

Rückblick

Erstes Kind…

War, am Anfang, furchtbar! Komplette Lebensumstellung. Unser Leben wurde auf den Kopf gestellt!

Das erzählen übrigens alle frischgebackenen Eltern.

Nichts mehr ist, so wie es war. Wenn man das akzeptiert hat, und bei mir hat dies lange gedauert, dann ist alles kein Problem mehr.

 

Zweites Kind…

Ich empfand mein zweites Kind, ungefähr die ersten anderthalb Jahre (bis zum Einsetzen der „Trotzphase“ bzw. „Autonomiephase“), als richtig angenehm. Ich wusste, wie der Hase läuft. Ich hatte mit allem Routine. Es war keine Umstellung des kompletten Lebens mehr, wie beim ersten Kind, und so lief das zweite Kind einfach gemütlich mit.

Wenn es schlief, hatte man Zeit für das erste Kind. Wenn das erste Kind beschäftigt war und das Zweite schlief, hatte ich Zeit und konnte mich um mich kümmern und meinen „Indoor“ Hobbies nachgehen (nähen, lesen, Serien schauen, Social Media, stricken… usw.). Auch ein Gang in die Stadt mit dem Bus war weniger aufwendig- ein Kind läuft, das andere im Kinderwagen usw…

 

Aktuell

Drittes Kind…

Nun bin ich mit Baby, einem Kleinkind und einem Kindergartenkind so langsam und sicher an meinen Grenzen angekommen. Nichts funktioniert mehr so, wie man es plant…

Heute Nachmittag treffen mit Freunden? Das Kleinkind schläft später ein als üblich, der Große will auf einmal nicht mit, das Baby hat grad eine Schreiphase… Ok, gut klingt vielleicht jetzt übertrieben und meistens schießt nur einer quer, aber… es ist für mich oft ein Grund alle Pläne über Bord zu werfen und was anderes zu tun. Faulheit? Vielleicht. Nennen wir es lieber fehlenden Kampfgeist, derzeit.

Am Wochenende mal ausspannen und die Kinder meinem Mann für eine Zeit überlassen? Funktionierte mit ein und zwei Kindern ohne Probleme. Jetzt aber wäre es gemein und derzeit auch stressig für ihn. Er sieht die Kinder unter der Woche höchstens 4 Stunden am Tag und am Wochenende soll er auf einmal alle drei aufs mal nehmen? Ist er nicht gewöhnt. Ich finde es ja schon stressig unter der Woche, da muss es für ihn 1000x stressiger sein. Wenn die Kleine dann mal läuft und feste Nahrung zu sich nehmen kann, sieht es wahrscheinlich auch schon wieder anders aus. Ich stille voll und pumpe nicht ab, sodass ich sie auch für längere Zeit nicht alleine lassen kann. Warum? Weil ich abpumpen absolut stressig finde.


Wegen einer Brustentzündung, ausgelöst durch einen Milchstau, musste ich bei meinem ersten Sohn für eine kurze Zeit mal abpumpen: Stillen, dazwischen abpumpen (dauert eine Weile), dann bei Bedarf die kühl gestellte Milch erwärmen, schauen, dass die richtige Temperatur erreicht wird, derweil schreit das Baby vor Hunger wie am Spieß…

Unnötiger, zusätzlicher Stress! Wenn es mit dem Stillen klappt.

Da ist stillen einfacher: Baby hat Hunger, Brust freimachen, Baby „andocken“ und  trinken lassen, Brust wieder abdecken, fertig. Ohne Stress, ohne Hektik, ohne auf saubere Fläschchen achten zu müssen, ohne auf die korrekte Temperatur achten zu müssen, ohne das Baby ewig warten lassen zu müssen, bis das Fläschchen endlich fertig ist. Nachts nicht aufstehen müssen, Baby einfach aus dem Beistellbettchen zu mir „rüberrollen“ lassen und trinken lassen. Ab ca. drei Monaten macht dies das Baby fast schon selbstständig, wenn es in einem Beistellbettchen schlafen darf. Mama kommt dann automatisch zu genügend Schlaf und ist unter tags entspannter. 

Traumhaft, was die Natur uns Frauen da gegeben hat! Herrlich! 🙂 


Aber ich schweife ab…

Was habe ich gelernt? Wie handhabe ich mein Leben derzeit?

Ganz einfach, ich mach keine fixen Termine mehr aus, wenn es sich vermeiden lässt. Gut, Kinderarzt ect muss sein, aber das macht man ja nicht jeden Tag. Kindergarten ist jeden Morgen fix und das reicht. Bis alle Kinder am Morgen angezogen sind, gegessen haben, wir draußen vor der Haustür stehen und endlich fix loslaufen können, da hat Mama einige Nerven gelassen… Das reicht mir derzeit mehr als genug.

Wenn überhaupt, dann treffe ich mich nur mit Freunden die auch mehrere Kinder haben, die verstehen es nämlich. Die sind nicht beleidigt, wenn man mal wieder nicht auftaucht und absagen muss, oder man sich länger mal nicht meldet.

Am liebsten bin ich ehrlich gesagt zu Hause. Da ist alles was man braucht. Die Kinder können toben, spielen, streiten… ohne dass man ständig mit mahnendem Zeigefinger vor ihnen stehen muss, weil sie evtl. andere Menschen stören könnten.

ABER, die Kinder werden ja auch größer. Je größer die Kinder, desto selbstständiger.

Ich freue mich schon auf den Tag, wenn ich alle am Morgen mit einem lächeln auf dem Gesicht und innerlichen Jubelschreien aus der Haustür schicken kann und sie alleine in Schule oder Kindergarten laufen können… 😀 Nun gut, dass kann ich nur genießen, wenn ich dann nicht selbst noch irgendwo zum Arbeiten hinhetzen muss… Aber lassen wir das… Das dauert noch ein paar Jährchen… 😉

Jedes weitere Kind soll scheinbar dann nur noch mitlaufen, so die Eltern mit der Anzahl 3+ Kindern. Das dritte Kind wäre nochmals so richtig stressig, also nicht das Kind an sich vielleicht, sondern die Tatsache, dass ein drittes Kind da ist und man vielleicht nicht allen gerecht wird. Jedes weitere Kind würde man dann gar nicht mehr merken…

Naja, das probieren wir jetzt mal lieber nicht aus, aber es ist wenigstens ein Trost für alle, die noch mehr Kinder haben möchten… 😀