Frauen sind die neuen Männer

Immer noch ist der Mythos verbreitet, es würde noch patriarchalische Strukturen in den Mann-Frau Beziehungen von heute geben.

Teilweise richtig, aber das sind dann eher die „Alten“ oder die, die nicht davon lassen können, aufgrund radikal-religiöser Dogmen die ihnen infiltriert wurden. Aktuell: Muslime und Christen, die die Bibel nicht verstanden haben.

Falsch ist, dass die Männer in modernen Beziehungen den Frauen sagen, was sie zu tun und zu lassen haben. Eher umgekehrt… 😉 Heute sind es die Frauen die ihren Geschlechtsgenossinnen sagen, wie sie sich zu verhalten haben. Traurig aber wahr. Scheinbar ist Frau dazu gepolt, entweder was zu sagen zu haben, oder unterdrückt zu werden…

Viele Frauen leben heute so, wie sie es sich wünschen, trotz oder genau wegen einem Partner an ihrer Seite. Stichwort: Gleichberechtigte Partnerschaft. Die Zeiten in denen Frau Mann um Erlaubnis bitten musste, um eine Arbeitsstelle annehmen zu können und Frauen die Hauptarbeit in Küche und Haushalt erledigen mussten sind vorbei. Dies ist heute alles kein Problem mehr, doch sobald Kinder in Spiel kommen, wird das Ganze schon etwas verworrener.

Berufswunsch: Mama-Sein

Ich kenne viele Frauen, die es absolut nicht begreifen können, wie eine Frau freiwillig zu Hause bei ihren Kinder bleibt und sich um alles kümmert und dies auch noch gerne tut! Hier wird schnell auf die patriarchalischen Strukturen und die damit verbundene Unterdrückung der Frau verwiesen. Diese Frauen können sich nicht vorstellen, dass es einfach nur erfüllend sein kann, zu Hause bleiben zu können und dabei „zuzusehen“ wie die Kinder gedeihen. Und wenn sie es sich vorstellen können, dann ist es nicht wert- da es keinen finanziellen Vorteil bringt.

Wir leben in einer Leistungsgesellschaft. Leistung wird mit Geld, sprich finanzieller Zuwendung, gleichgesetzt. Jemand, der ein Ehrenamt in einer anerkannten Organisation übernimmt, wird bis in den Himmel hochgelobt. Eine Frau, die die Ehre hat, sich zu Hause um ihre Kinder kümmern zu dürfen- unentgeltlich- wird schief angesehen. Tragisch!

Noch ein Punkt. Eine Frau, die zu Hause bleibt und sich ausschließlich um ihre Kinder kümmert wird schnell in die Schublade -ungebildet- gesteckt, denn es ist ja nur der Mensch gebildet, der sein Wissen in die Gesellschaft, sprich erwerbstätig in die Wirtschaft hinaus, trägt und sich regelmäßig, nachweisbar, fortbildet.

Fakt ist, dass Kinder aus bildungshöheren Familien im Leben bessere Chancen haben, daher ist Bildung selbstverständlich wichtig und es sollte auch alles daran gesetzt werden, dass Mädchen eine gute Bildung erhalten! Was für den Einzelnen eine gute Bildung bedeutet ist Ansichtssache. Für manche bedeutet hohe Bildung, man muss irgendwas studiert haben. Für andere bedeutet hohe Bildung einen ordentlichen Beruf erlernt zu haben. Alles ist wichtig, da in der Gesellschaft alles gebraucht wird! Der höchste Professor von und zu ist genauso wichtig, wie der kleinste Handwerker.

Aber ein hoher Bildungsstand impliziert nicht, dass man den auch zwingend für eine erwerbstätige Arbeit einsetzen muss! Ich kenne eine Frau persönlich und sonst ein paar aus dem Netz, die studiert (Wissenschaftlerinnen, Medizinerinnen) und die sich bewusst für das Leben zu Hause bei ihren Kindern entschieden haben!

Ich habe jetzt nicht studiert, besitze jedoch eine fundierte Ausbildung. Trotzdem reizt es mich persönlich nicht, mein Wissen tagtäglich unter Beweis stellen zu müssen. Das herrliche an Kinder ist, man muss ihnen nichts beweisen! Sie lieben dich, sie folgen dir, sie Leben ihr Leben so wie es ihnen gefällt (wenn man sie lässt). Das ist wunderbar und davon möchte ich keine Minute verschwenden und mein Mann würde am liebsten auch den ganzen Tag bei uns zu Hause bleiben dürfen, geht aber leider nicht, weil er sich den Part mit „Familieneinkommen einbringen“ ausgesucht hat. Vielleicht machen wir irgendwann halbe halbe, aber erst dann, wenn die Kids größer sind.

Ich kenne einige Frauen, vor allem aus dem Netz, die versuchen sich mit Blogs oder sonstigen Produkten, die man über das Internet vertreiben kann, Geld zu verdienen. Wer meinen Blog verfolgt, der weiß, dass ich diesen Plan ursprünglich auch mal hatte. Nun bin ich jedoch wieder davon abgekommen. Die Arbeit mit dem Internet bedeutet vieeeele Stunden am Tag, die man für Design, Recherche ect „vergeudet“. Diesen Aufwand bezahlt einem niemand. Die paar Euro, die man ab einem gewissen Bekanntheitsgrad, in ein paar Jahren, verdienen kann, decken bei weitem nicht die Kosten von der Zeit, die man schon investiert hat. Und so… Wird es für mich ein tolles Hobby bleiben, ohne Zwang. 🙂

Müttergehalt

Jetzt sind viele Frauen jedoch schon länger soweit und fordern ein Müttergehalt (vergangenes Jahr eine Petition dafür unterschrieben). Utopisch, da dies nicht in den begrenzten geistigen Rahmen unserer Gesellschaft passt. Weil, Mama-Sein und Haushaltstätigkeiten sind keine Arbeit, sprich finanziell nichts wert und diese Aussage kommt nicht von den Männern (!!!), sondern von Frauen über Frauen.

Jede/r ErzieherIn und LehrerIn bekommt ein ganz passables Gehalt, weil sie auf fremde Kinder aufpasst, sie lehrt und erzieht. Eine Mutter, die alles für ihre Kinder tut, die sie wappnet für alle Eventualitäten in dieser Welt bekommt für ihren Fulltime-Job keinen Cent.

Beklage ich mich? Nein. Uns als Familie geht es hier in Österreich wirklich gut, wir können uns nicht beklagen. Hier werden Familien, zumindest in unserem Bundesland, die ersten drei Lebensjahre, enorm gefördert. Was danach ist, wird sich zeigen. Die entwicklungs-technisch wichtigsten Jahre des Kindes sind jedoch somit gut finanziell abgedeckt. Gott sei Dank!

Ich weiß von vielen deutschen Familien, dass sie es nicht so gut haben. Ebenso verhält es sich in der Schweiz. In Deutschland sind die zusätzlichen Förderungen zum regulären Kindergeld mit dem ersten Lebensjahr des Kindes abgelaufen und in der Schweiz mit dem dritten Lebensmonat des Kindes.

In Deutschland hat jedes Kind ein Recht auf einen Krippenplatz ab dem ersten Lebensjahr- damit Mama wieder arbeiten gehen kann, logisch. Nur leider impliziert das Recht auf einen Krippenplatz nicht gleich, dass man auch einen bekommt! Viele Familien stehen ab dem ersten Lebensjahr des Kindes vor einem Dilemma. Um das Leben finanzieren zu können müsste die Mama wieder arbeiten gehen, aber wenn kein Krippenplatz zu bekommen- was tun? Ich kenne noch keine Lösungsansätze dazu. Aber vielleicht bin ich noch nicht auf dem neuesten Stand…

Fakt ist, die Frauen von heute sind sich nicht grün.

Gleichberechtigung unter den Geschlechtsgenossinnen ist ein Fremdwort. Es zählt nur Leistung, die in finanzieller Zuwendung gemessen werden kann und die somit auf einen späteren Rentenanspruch hinausläuft.

Männer, die vielleicht den innersten Wunsch verspüren für ihre Familie sorgen zu können, werden ausgebootet, denn im Grunde sollen die Männer nicht mehr gebraucht werden müssen. Zur Zeugung gut, aber alles andere muss Frau alleine regeln können. Hinzu kommt noch das Problem, dass mit einem normalen Durchschnittsgehalt z.T. heute keine Familie mehr versorgt werden kann. Stichwort: Zu hohe Fixkosten.

Wir Frauen sollten vielleicht endlich mal umdenken. Miteinander statt gegeneinander. Jede Frau hat das Recht zu wählen, was sie mit ihrem Leben anfangen will. Dabei ist es zweitrangig ob sie Vollzeit Mama sein will, oder ob sie die Professorin von und zu ist und höchstes Ansehen in der Gesellschaft genießt. Alles sollte möglich sein, OHNE finanzielle Einbußen, die in Folge nicht nur uns/ mich sondern auch den Nachwuchs treffen.

Das ist für mich Feminismus und nichts anderes!

 

 

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