Ist Sex das Wichtigste?

Ich las gleich heute Morgen – auf nüchternen Magen – einen Beitrag auf dem Mamablog „2KindChaos“ über Polyamorie.

Was ist Polyamorie? Sexuelle Beziehungen mit mehreren Partnern, die alle davon wissen und auch damit einverstanden sind. 

Dagegen Polygamie = Mehrehe: Einer (meistens ein Mann) ist mit mehreren Frauen gleichzeitig verheiratet. Die Frauen untereinander, sind jedoch nicht miteinander verheiratet. Ebenso wenig, wie es zwei Männer gibt. Sprich, es gibt immer einen „Leitwolf“. In manchen Kulturen ist dies auch anders herum, eine Frau – mehrere Männer. Dies stellt jedoch eher eine Ausnahme dar.

Kommen wir zur Auswertung des oben genannten Beitrages:

Eine Frau stellt ihre Ehe, mit gemeinsamen Kindern vor, die das Konzept der offenen Beziehung praktizieren. Für sie stellt dies kein Widerspruch dar. Sie können Sex und Liebe trennen. Sie schreibt, dass sie sich trotz ihrer bestehenden Ehe nicht sexuell einschränken wollen. Es gäbe sexuelle Vorlieben, die der andere Partner nicht möge und welche dann auf andere Partner ausgelagert werden.
Sie hätten dies so ausgemacht und auch wenn ein Partner irgendwann mal was dagegen hätte (so wie ich es verstanden habe), kann er das zwar sagen und es wird zur Kenntnis genommen, es erfolgen jedoch keine Konsequenzen. Wenn SIE z.B. ein Kind bekommen hat und eine Weile nicht mehr sexuell verfügbar ist, kann der Mann nach Lust und Laune trotzdem seinen Trieben nachgehen, ohne dafür Konsequenzen fürchten zu müssen. Ihr gehe es genauso. Sie sucht sich immer mal wieder einen anderen Partner, mit dem sie eine sexuelle Beziehung eingeht, wobei die sexuellen Bekanntschaften wohl auch zu Familienfreunden werden können und somit auch den Kinder vorgestellt werden. Ansonsten lernt man sich in aller Regel nicht gegenseitig kennen. Absichtlich. Die Partner würden trotzdem sehr sorgfältig ausgesucht werden…

Krass!

Ist unsere Gesellschaft schon bereit für solche Konzepte? Im Kopf vielleicht: Ja. Aber nach außen: Nein. Sieht man allein schon an der Flüchtlings-Mehrehen-Debatte. Ein Flüchtling, der mehrere Frauen hat, darf nun nur noch eine Frau mit ins Land nachholen. Derweil hat das in diesen Ländern einen ganz anderen Grund: Dort werden die Frauen mit den Männern verheiratet, damit sie versorgt sind! Hierzulande geht es einfach nur um den sexuellen Spaß.

Ich frage mich: Was hält eine Ehe wirklich auf Dauer zusammen? Wie schützt man seine Familie, seine Kinder durch Einflüsse von außen? Wie kann ich meine Kinder auch z.B.  vor Kinderschändern bzw Pädophilen schützen? Indem ich ihnen einen zügellosen Umgang mit der Sexualität beibringe? Ganz sicher nicht!

Bei solchen Paaren geht es, wie auch bei vielen anderen, nur um das ICH. Hauptsache MEINE Bedürfnisse sind befriedigt. Hauptsache ICH komme nicht zu kurz. ICH, ICH, ICH. Manchmal habe ich das Gefühl, niemand möchte mehr für den anderen einstehen, wirklich für den anderen da sein, niemand möchte sich mehr zurücknehmen und seine Bedürfnisse, zumindest eine für eine Zeit, hinten anstellen.

Der Partner sollte das Beste in einem zum Vorschein kommen lassen!

Wenn man wirklich harmonische, alte, glückliche Ehepaare sieht und diese auch interviewt über ihr Leben – warum sie schon so lange, glücklich beisammen sind, hörte ich noch nie: „Weil es im Bett immer so wunderbar toll und befriedigend geklappt hat oder, weil wir immer so viele tolle Sexualpartnerschaften hatten!“. Darum geht es nämlich überhaupt nicht. Sex ist was wunderbares, tolles und wunderschönes! Aber, es geht halt nicht immer und überall, außer man zieht das oben genannte Lebenskonzept durch. Dort sind jedoch, laut mir, innere Verletzungen, die auch erst Jahre bis Jahrzehnte später zum Vorschein kommen können, vorprogrammiert. Klar, wenn man sowas gleich von vorneherein ausgemacht hat, muss man sich nicht fürs Fremdgehen schämen, aber dann muss man auch nicht heiraten und sich dadurch lebenslange Treue, auch im Ehebett, versprechen… Ich denke jedoch, darum geht es den meisten heute gar nicht mehr, obwohl sie es sich vielleicht tief in ihrem Innersten wünschen würden: Eine lebenslang bestehende Ehe.

Ich kann jetzt gut reden, wir sind „erst“ seit 2012 verheiratet und seit 2010 ein Paar, aber eins kann ich sagen: Sex ist kein alleiniges Bindemittel! Zu Beginn vielleicht, wenn man gar nicht die Finger voneinander lassen kann, in Folge geht es jedoch um was anderes.

Es geht um Werte, um gemeinsame Normen, um einen gemeinsamen Glauben, um die gemeinsamen Kinder. Darum, dass man sich einfach so akzeptiert wie man ist und das Gegenüber nicht verändern möchte, dass man sich in allem unterstützt. Verständnis für den Partner zeigt, zueinander steht komme da was wolle, gemeinsam gegen den Rest der Welt. Eine Einheit. Die Wünsche und Bedürfnisse des anderen über die eigenen Wünsche und Bedürfnisse stellen! Und wenn Kinder da sind, die Bedürfnisse der Kinder über die eigenen stellen. Und ja, das kann auch heißen, sich sexuell für eine Weile mal zurückzunehmen! Wo liegt das Problem? Man stirbt nicht, nur weil man mal eine Weile nicht gepoppt hat! 😉

Ich weiß, so eine Lebenseinstellung möchte man heute nicht mehr, obwohl dies wahrscheinlich noch 70% (mehr wage ich gar nicht behaupten) der Bevölkerung so praktiziert. Warum? Weil jeder nur das Gefühl hat zu kurz zu kommen und jeder möchte sein Leben individuell und wunschgemäß leben. Egoismus- nur das Ich zählt. Das klappt nur solange, bis man Grenzen aufgezeigt bekommt. Entweder von den Mitmenschen oder von der Natur.

Es funktioniert nicht, wenn man sich ständig Menschen von außen- in das Intimste was man einem Menschen geben kann, der Sexualität- absichtlich in seine Ehe hereinholt. Eine Ehe ist explizit die Gemeinschaft zwischen Mann und Frau, das durch das Band der Sexualität besiegelt wurde. Ja ich weiß, ich bin konservativ. Alle anderen Formen von „Ehe“ ist keine Ehe, sondern wenn dann eheähnliche Formen.

Scheinbar hat die Frau in dem Blogbeitrag keine Probleme damit, möchte jedoch aber auch nicht verurteilt werden deswegen und bleibt daher wahrscheinlich anonym. Gut, ich verurteile nicht. Ich analysiere. Wenn sie und ihr Mann das toll finden- sollen sie. Ich sehe es jedoch kritisch und bin der Ansicht, dass so eine Lebenseinstellung auf Dauer nicht gut geht!

Ich weiß, in unserer Gesellschaft ist Sex was absolut wichtiges, aber nicht als Mittel zur Fortpflanzung und zur Stärkung der Paarbeziehung, sondern als reines Befriedigungs- und Spaßmittel. Dies merkt man schon an der ganzen Gender-Theorie. Es geht überall nur noch um die sexuelle Identität. Als sei dies DAS Mittel um den Menschen glücklich zu machen. NEIN ist es nicht. Diese egoistische Grundhaltung dient einzig und allein dem Zweck, dass der Mensch sich nur noch mehr kaputt macht.

Wer mit der Natur lebt dem wird bewusst, dass der Mensch absolut keinen Einfluss auf die Geschehnisse hat und man so leben muss, wie einem die Natur es vorgibt! Saat und Ernte, Hitze und Kälte, Sommer und Winter, Tag und Nacht. Aber… Durch die Globalisierung und deren Bequemlichkeiten die den Menschen daraus erschlossen worden sind, muss sich keiner mehr in unserer heutigen, europäischen Gesellschaft darum scheren, was die Natur einem vorgibt. Es ist immer alles, überall verfügbar. Egal woher es kommt und unter welchen Bedingungen es produziert oder transportiert wurde.

Wir dürfen zu viel, wir sind gewohnt, viel zu viel tun und machen zu können. Wir haben zu viel Freiheiten. Es bleibt abzuwarten, wie lange das noch gut geht… 


Wie seht ihr das? Auch so „engstirnig“ wie ich? Muss euch euer Partner immer auch und vor allem sexuell treu sein, oder darf euer Partner andere rein sexuelle Partnerschaften pflegen? Wie seht ihr es mit den sexuellen Freiheiten, sobald Kinder da sind? Müssen Kinder von klein auf an sexuelle Freiheiten gewöhnt werden, oder sind Kinder auf biegen und brechen vor „Erwachsenen-Dingen“ zu schützen?

P.S. Ich habe keinen Lektor. 😀 Ich entschuldige mich für eventuelle Rechtschreib- und Grammatikfehler. Du störst dich dran und fühlst dich der deutschen Rechtschreibung mehr als verpflichtet? Bewirb dich bei mir als Lektor! 😉 Natürlich alles ehrenamtlich! 😀

Ein Kommentar

  1. […] Eine Frau stellt ihre Ehe, mit gemeinsamen Kindern vor, die das Konzept der offenen Beziehung leben. Für sie stellt dies kein Widerspruch dar. Sie können Sex und Liebe trennen. Sie schreibt, dass sie sich trotz ihrer bestehenden Ehe nicht sexuell einschränken wollen. Es gäbe sexuelle Vorlieben, die der andere Partner nicht möge und welche dann auf andere Partner ausgelagert wird. Sie hätten dies so ausgemacht und auch wenn ein Partner irgendwann mal was dagegen hätte, kann er das zwar sagen und es wird zur Kenntnis genommen, es erfolgen jedoch keine Konsequenzen“…Hier weiterlesen! […]

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