Mamaleben hautnah

Ich widme mich mal wieder meinem Mama Thema, da dies wirklich ständig und immer wieder zur Sprache kommt und ich es ja auch aktiv lebe.

Ach nee… Haha.

Ich bin derzeit einfach komplett ausgelaugt. Mein Großer ist seit zwei Tagen krank, der Mittlere ist voll in der Autonomiephase und man kann ihn quasi keine Sekunde aus den Augen lassen (wenn es der Fall ist, hab ich danach oft den Salat bzw die Sauerei…), die Kleine wird nun auch aktiver, hält sich jedoch zum Glück noch in Grenzen. Jetzt übt sie langsam den Krabbelmodus. Wenn dies dann klappt, ist bei ihr wohl auch kein Halten mehr… Ja und nebenbei noch meine ganzen Hobbies, die ich auch nicht missen möchte- nähen, bloggen, Serien kucken und… schlafen… 😀

Irgendwas sollte ich von den Hobbies wohl zeitweise mal lahmlegen. Derzeit bin ich voll im Näh-Flow. Hab schon einige Windeln genäht. Derzeit nähe ich eine Fullbuckle Trage in einen Onbuhimo um. Die Fullbuckle hatte ich mir vergangenes Jahr aus einem Tragetuch über einen Dawanda Shop nähen lassen. Leider war das ein Fehler… Die Trage hat nie ordentlich gepasst und auch funktionell ein Desaster. Aber nun gut, mit sowas muss man Leben, wenn man Billigangebote wahrnimmt, die zu schön sind, um wahr zu sein… Wenigstens ordentlich gearbeitet hat die Näherin. Die Nähte sind tadellos. Beziehungsweise die Nähte waren tadellos. Diese trennte ich größtenteils nun auf, damit ich einen ordentlichen Onbu raus bekomme. Was ist ein Onbu?

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Reales Familienleben…

Heute Morgen nahm ich mir unsere Couch vor, die schon langsam ziemlich merkwürdig roch bzw. aussah. Leider kommt doch häufig mal Urin aus, wenn jemand ohne Windel auf der Couch einschläft, oder vergisst auf die Toilette zu gehen und gestern hatte mein Großer das große Erbrechen und die Couch hat einiges abbekommen. Gott sei Dank kauften wir unsere Couch gebraucht. Wenn die Kinder alle aus dem Windelalter raus sind, dann besorgen wir uns mal ein richtig schönes, großes Sofa. Soll jetzt nicht heißen, dass unseres jetzt nicht schön ist, aber es ist halt billig gewesen. Da gibt’s ja auch unzählige Qualitätsunterschiede. Da mein Mann Tischler ist, legen wir grundsätzlich viel wert auf gutes Handwerk. Manchmal, wie in unserer derzeitigen Situation wäre dies jedoch rausgeschmissenes Geld und damit wir nicht neu irgendwie einen Möbel-Discounter-billig-Mist kaufen, bezogen wir unsere Couch über einen örtlichen Online-Flohmarkt und konnten so ein echtes Schnäppchen ergattern!

Nun gut… Ich hab alles schön geputzt, meine Kids wollten helfen, stritten sich jedoch um den einzigen blauen Putzlappen, sodass ich einfach alles mitgenommen hab und dachte, die Sache wäre damit erledigt. Danach setzte mich an den PC und las mir noch ein paar Angebote für unseren Sommerurlaub durch, als ich auf einmal ein riesigen Platsch aus dem unteren Stock hörte. Ich sprang sofort auf und rannte die Treppe hinunter. Dort sah ich das Debakel… Mein Mittlerer hatte das mit dem Helfen wohl noch nicht abgeschlossen und einen Eimer (5l) mit Wasser ins Wohnzimmer getragen und „geputzt“. Die Couch und der Boden (Parkett) waren pitsche patsche nass und er stand am Waschbecken um den Eimer erneut mit Wasser zu befüllen…

Boah… Bin ich durchgedreht! So angepisst war ich schon lange nicht mehr. Das komplett patschnasse Kind gepackt, die Klamotten ausgezogen, Windel angezogen und ins Bett gesteckt. Ich war so sauer! Erst nachdem ich mich wieder beruhigt und alles aufgewischt hatte, fiel mir ein, dass er wahrscheinlich nur helfen wollte… Der Große stand die ganze Zeit nur unbeteiligt daneben und hat nichts dafür oder dagegen gesagt. Erst im nachhinein fand ich heraus, dass er auch „mitgeputzt“ hat und der Kleine alles von mir abbekommen hat.

Puh… Ich bin jetzt, gut sechs Stunden später, immer noch innerlich fertig. Der Kleine ist wie eh und je und ihm hat der Anpfiff wohl nicht sonderlich was ausgemacht… Mir tut sowas einfach immer wahnsinnig leid und ich mach mir immer tausend Selbstvorwürfe, warum ich in der Situation nicht besonnener reagieren kann! 

Etwas positives aus der Sache: Die Couch ist jetzt wirklich tiefengereinigt!!!

Erziehung ist oft ganz schön schwer…

Daneben immer wieder das Thema, dass ich mir was überlegen muss, wie ich nach der Karenz wieder Geld verdienen kann, wenn die staatlichen Förderungen auslaufen… Nicht dass ich den Drang habe unbedingt wieder arbeiten gehen zu wollen, besonders nicht in meinem Ausbildungsberuf! Aber finanziell wird es wohl irgendwann wieder vonnöten sein…

Ich habe unglaublich viele Talente, ich kann wirklich viel, aber dies sind alles handwerkliche Dinge, die nicht wirklich Ertrag bringen… Für den Eigenbedarf toll und Geld sparend, als Einnahmequelle jedoch ungeeignet. Im Bereich Stoffwindeln nähen, zum Beispiel, gibt es schon unglaublich viele Anbieter, die alle ums Überleben kämpfen. Man müsste exklusiv irgendwas neues machen. Aber diese Idee haben schon viele… Mein Mann meint immer, wenn es zu der Thematik kommt: Dann muss er halt bis dahin einen Job finden, bei dem er mehr verdient… Er findet es wichtig und richtig, dass die Mütter zu Hause bleiben. Kinder benötigen auch nach dem Kleinkindalter eine beständige und Bezugsperson zu Hause. Da könnte man sich denken, warum die Mutter? Warum bleibt nicht der Vater zu Hause? In einer normalen Familie ist einfach die Mutter die Hauptbezugsperson für ein Kind. Das ist die Natur, die Mutter ist von Anfang an da. Der Mann geht arbeiten, Frau kümmert sich überwiegend um Haushalt und Kinder. Jeder hat seinen Job innerhalb der Lebensgemeinschaft Familie. Was jeder darüber hinaus noch tut, das ist jedem selbst überlassen. Warum dieser Zusatz? Ganz einfach, ich möchte endlich davon weggekommen, dass eine Frau, sobald sie dieses Lebensmodell wählt als naiv, dumm, rückständig… ect gehalten wird.

Der Beruf Hausfrau ist absolut genial und vielseitig! Soviel, wie in den letzten Jahren in meiner Berufung und Leidenschaft als Mama und Hausfrau gelernt habe, hab ich die ganzen Jahre davor nicht gelernt. Dinge des alltäglichen Lebens, die einen normalen Hausverstand und handwerkliches Geschick benötigen und keinen abgehobenen irgendwas-Feminismus-Verstand, der immer nur meint: Frau darf das alles nicht tun, weil sie sonst unterdrückt zum Heimchen am Herd wird… Ich bilde mich laufend mit Dingen und Themen die mich interessieren fort, ich studiere Arbeitsabläufe und lerne nach meinem Lieblings-Prinzip: Learning by doing! Dadurch konnte ich mir in den letzten Jahren wahnsinnig viele neue Fähigkeiten aneignen, die mich ziemlich wahrscheinlich mein ganzes Leben lang positiv begleiten werden! Dinge, die wirklich fürs Leben benötigt werden! Die Schule des Lebens. Erfahrungen. Leider kann ich keine einzige dieser erlernten Fähigkeiten auf einem Stück Papier nachweisen, da es keine offiziell anerkannten Fortbildungen waren. Leider! Ein weiteres Manko unserer Gesellschaft: Für alles werden Nachweise und Zertifikate benötigt… Warum kann man sich den Nachweis für ein Können nicht einfach direkt von dem Menschen geben/ zeigen lassen?

Eigener Wille

Meine Generation Frau weiß ganz genau was sie will und was nicht. Wir sind so geprägt. Wir haben gelernt: Wir dürfen frei entscheiden was wir werden wollen.

Ich habe mich entschieden.

Leider passt diese Entscheidung vielen nicht. Warum? Weil ich nicht still in meiner Ecke sitze und warte bis die Kids groß sind, sondern Forderungen stelle, wie z.B. nach einem Müttergehalt, damit ich später einen Rentenanspruch habe. Denn, warum sollte ich später keine Rente bekommen? Ich habe dann vermutlich drei Kinder groß gezogen, die in aller Regel dann in Folge Steuern zahlen. Steuern, die das Rentensystem finanzieren. Warum sollte ihre eigene Mutter davon nicht profitieren?

Ich denke mir oft, eigentlich sollte man alles abschaffen. Jegliche Förderungen, aber auch fast alle Steuern und die Bürger sollten die freie Wahl haben sich selbst um ihre Vorsorge zu kümmern. Dann würden die Menschen wahrscheinlich wieder mehr Kinder in die Welt setzen. Kinder versorgen die Alten. So war es früher. Wer keine Kinder bekommt oder bekommen möchte kann sich ja zeitlebens selbst was fürs Alter ansparen. Heute übernimmt der Staat diese Aufgaben und diejenigen, die viele Kinder bekommen und diese aktiv in ihrem Leben unterstützen schauen später ins Ofenrohr… Diejenigen, die das ganze Leben lang gearbeitet und Steuern gezahlt haben und keine Kinder in die Welt setzten profitieren dann am meisten von meinen Kindern…  Frauen die Kinder in die Welt setzen UND arbeiten gehen haben das ganze Leben eine unglaubliche Doppelbelastung, aber deswegen nicht mehr Rente, weil Frauen mit Kindern selten hochbezahlte Jobs in Vollzeit ausführen können. Das sind dann meistens die Frauen, die in unterbezahlten Teilzeitjobs vor sich hinkrebsen und jeden Cent dreimal umdrehen müssen, um über die Runden zu kommen… Dies hat nichts mit Bildung zu tun! Eine Frau, die mehrere Kinder hat, ist in unserer Gesellschaft schlicht und ergreifend nichts wert! Wenn dann auch noch das Problem des Alleinerziehers hinzukommt, was ja heute vermehrt ein Problem ist, dann haben die Frauen meistens gar nichts mehr zu melden und müssen fast schon um jeden AG froh sein, der bereit ist sie einzustellen, egal zu welchen Konditionen! Sie ist nicht flexibel und nicht über alle Maßen belastbar, da sie zwei Fronten hat, an denen sie kämpfen muss. Man kann nicht überall 100% geben! Obwohl sie alles dafür tut, dass diese Gesellschaft auch in Zukunft funktioniert und besteht!

Ungerechte Welt! 

Ich könnte mir nicht mehr vorstellen in der freien Wirtschaft zu arbeiten und mich einem Arbeitgeber und/ oder einem Team unterwerfen, das bestimmt wann ich was zu tun habe. Klingt doof, aber dafür bin ich nicht gemacht. Daher… Wenn ich wieder Geld verdienen muss, dann nur selbstständig. Hoffe es klappt! 

Eins noch: Ich höre immer wieder von unverschämten Individuen, dass wenn man es sich nicht leisten kann, sollte man sich keine Kinder anschaffen. Gut… Wer kann sich denn Kinder leisten? Diejenigen die sich allgemein gültig Kinder leisten könnten, bekommen die Kinder? Nö. Wenn dann ist es meistens nur das eine Prestigekind, das nach allen Regeln der Kunst gefördert und verwöhnt wird und zum Manager von Morgen herangezogen wird. Diejenigen, die es sich eigentlich nicht leisten können, bekommen die vielen Kinder und diese Kinder sind es in Folge, die diejenigen, die gut verdienen ihren Verdienst bringen… Sprich, wenn von den „Armen“ keiner mehr Kinder bekommen würde, würde es auch keine Reichen mehr geben… Daher ist es mehr als fair, wenn die Familien finanziell unterstützt werden.

Nachtrag: Da ich grad eine Whatsapp Diskussion mit einer lieben Bekannten hatte…: Nein! Wir haben es finanziell nicht schwer! Dies soll kein Beschwerdeeintrag wegen meines ach so grausamen Lebens sein- mein/ unser Leben ist schön! Uns geht es gut!!! Es sollte einfach den Fokus auf die wahren Probleme des Mittelstandes lenken, wenn sie sich entscheiden Kinder zu bekommen und ihren Kindern auch Stabilität bieten wollen. 

Gut… Immer dieselben Themen die mein Hirn verarbeitet… Sind halt immer wieder aktuell… Jetzt da unsere Kinderplanung abgeschlossen ist, wird es immer realer. Davor war es immer nur hypothetisch, da ich ja wusste, es gibt noch mehr Kinder und somit Förderungen vom Land/ vom Staat, die uns zeitweise finanzielle Stabilität geben.


P.S. Das ist wieder ein schneller Beitrag ohne zusätzliches Gegenlesen und Nachkontrollieren. Sprich, ich werde wahrscheinlich nach Veröffentlichung noch was ändern, wenn ich Fehler bemerke. Nur, falls sich schon mal jemand gewundert hat… Das mache ich öfter so… 😉

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